Neuro-Sport
Die Behandlungsmöglichkeiten neurologischer Erkrankungen im therapeutischen Bereich sind sehr weitläufig und abwechslungsreich. Auffällig dabei ist allerdings, dass die Therapien häufig auf Patienten mit sehr ausgeprägter Symptomatik abzielen. Ein wichtiger Bestandteil der Physiotherapie besteht allerdings auch darin, bereits frühzeitig neurologische Defizite zu betreuen, um eine Verschlechterung möglichst lange hinaus zu zögern, sowie Restsymptomatiken und deren Auswirkungen auf den Alltag und die Freizeitaktivitäten nach Schlaganfall, peripheren Lähmungen usw. zu betreuen.
Sportphysiotherapie in der Neurologie bei
- Progredienten Erkrankungen (Mulpiple Sklerose, Mb. Parkinson, Muskeldystrophien,…)

Durch die zunehmenden Möglichkeiten der frühen Diagnosestellung neurologischer Erkrankungen sind viele Patienten über ihre Erkrankung informiert, obwohl noch keine oder kaum behindernde Symptome auftreten. Diese Patienten sind oft sehr verunsichert, inwieweit sie sich belasten dürfen um ihren Krankheitsverlauf nicht negativ zu beeinflussen. Wenn bereits Symptome bestehen, können die gewohnten Freizeitaktivitäten häufig nicht mehr im selben Ausmaß durchgeführt werden. Vor allem sehr agile und sportliche Patienten leiden unter der daraus resultierenden Vernachlässigung ihrer sportlichen Aktivitäten. Bereits in diesem frühen Stadium der Erkrankung zieht dies eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität nach sich.

Die Sportphysiotherapie in der Neurologie setzt genau hier an. Einerseits werden Belastbarkeiten eruiert und mit den sportlichen Vorlieben verglichen, um die Voraussetzungen für die Durchführung zu erarbeiten, andererseits werden neue Bewegungs-und Sportoptionen gesucht.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Trainingstherapie in der Neurologie stellt die frühzeitige Arbeit an bereits geringen Symptomen dar. Häufig wird mit der Physiotherapie erst begonnen, wenn das alltägliche Leben bereits deutlich eingeschränkt ist. Zu diesem Zeitpunkt ist es natürlich schwieriger, eingeschränkte Funktionen wieder zu erarbeiten und manchmal auch nicht mehr möglich. Wenn frühzeitig begonnen wird, krankheitsbezogene Symptome und vielleicht schon vorher bestehende muskuloskeletale Asymmetrien zu behandeln, kann die Selbständigkeit länger erhalten bleiben und die Lebensqualität gesteigert werden.

- Restsymptomatik nach akutem Geschehen (Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma,…)
Die Rehabilitation nach akuten neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall etc. schafft, wenn möglich, die Voraussetzungen für die Selbständigkeit in Alltag und Beruf. Nach erfolgreicher Rehabilitation bleiben häufig zumindest geringe motorische Restsymptome. Die Sportphysiotherapie in der Neurologie arbeitet nach eruierter Belastbarkeit des Patienten mit dosiertem Krafttraining, Ausdauertraining, Koordinations- und Propriozeptionstraining an dieser Restsymptomatik um Voraussetzungen für die vor der Erkrankung bevorzugt ausgeübten Sportart oder Freizeitaktivität zu erarbeiten. Sollten die Voraussetzungen nicht mehr im ausreichenden Maß erarbeitet werden können, werden neue Sport- und Bewegungsoptionen gesucht. Die Sportphysiotherapie in der Neurologie soll den Bereich zwischen Rehabilitation und Wiedereinstieg in die Sport- und Freizeitwelt abdecken.